Der König in Thule

“Der König in Thule” ist ein Gedicht von Goethe aus dem Jahr 1774, das Zelter 1812 vertonte und das später dann zum Volkslied wurde, weil es so rundum gelungen ist.

2. Es ging ihm nichts darüber, er leert' ihn jeden Schmaus,

die Augen gingen ihm über, so oft er trank daraus.

 

3. Und als er kam zu sterben zählt er seine Städt' im Reich,

gönnt alles seinem Erben, den Becher nicht zugleich.

 

4. Er saß beim Königsmahle, die Ritter um ihn her,

auf hohem Vätersaale dort auf dem Schloß am Meer.

 

5. Dort stand der alte Zecher, trank letzte Lebensglut

und warf den heil'gen Becher hinunter in die Flut.

 

6. Er sah ihn stürzen, trinken und sinken tief ins Meer.

Die Augen täten ihm sinken - trank nie einen Tropfen mehr.